Nationales Forschungsprojekt “Kunstvermittlung in Transformation”
Ansprechperson: Christoph Lang
Förderstelle: SNF, Schweizer Nationalfonds
Projektstart: 1. Oktober 2009
Teilnehmende Institutionen:
Basel
• Institut Lehrberufe für Gestaltung und Kunst (lgk), Hochschule für Gestaltung und Kunst, FHNW
• Museum für Gegenwartskunst, Basel
• Schaulager, Münchenstein/Basel
Bern
• Studiengang BA & MA Art Education, Hochschule der Künste Bern (HKB/BFH)
• Centre d’Art Contemporain Genève
Luzern
• Forschung Entwicklung Dienstleistung (FED), Hochschule Luzern, Institut Kunst
• Master of Fine Arts (MAT/MAPS), Hochschule Luzern, Institut Kunst
• Kunstmuseum Luzern
Zürich
• Institut für ästhetische Bildung und Vermittlung (IAE), Zürcher Hochschule der Künste
• Studiengang BA Vermittlung von Kunst und Design & MA Arts Education (MAE), Vertiefung ausstellen & vermitteln, Zürcher Hochschule der Künste
• Museum für Gestaltung Zürich
• Museum Bellerive, ein Haus des Museums für Gestaltung Zürich
Kunstvermittlung in Transformation – Strategien und Perspektiven für die Erforschung und Entwicklung der Vermittlungsarbeit in Museen und Ausstellungen
Das Feld der ausserschulischen Vermittlung in der Schweiz transformiert sich aktuell in einer bislang nicht gesehenen Weise durch umfassende Verschiebungen in der Kulturpolitik (Vermittlung als Kriterium im in Entwicklung befindlichen Gesetz zur Kulturförderung ), in der Lehre (Einrichtung neuer Master- und Nachdiplomstudiengänge) und in der Praxis („Vermittlungs-Boom“). In der theoretischen Reflexion ist das transformative Potential des Lernens von den Künsten längst anerkannt; neue Diskussionen verorten die Effekte innovativer Vermittlungsarbeit gleicher Massen bei den Individuen und den Institutionen.
Das Modellprojekt Kunstvermittlung in Transformation vermeidet als Kooperationsprojekt vierer Fachhochschulen die üblichen konkurrierenden Bestrebungen und trägt stattdessen innovativ zu den internationalen Entwicklungen im Bereich Kunstvermittlung bei. Es wird durch eine Forschungsgruppe der Kunsthochschulen in Basel (HGK/FHNW), Bern (HKB/BFH), Luzern (HSLU/Institut Kunst) und Zürich (ZHdK) getragen. Praxispartner sind sechs Museen für zeitgenössische Kunst und Gestaltung in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz.
Das Projekt soll die Anforderungen der Entwicklung einer transformativen Vermittlungspraxis in den Museen und Hochschulen ausloten und den Rücklauf der Erkenntnisse in Forschung und Lehre gewährleisten. Seine Ziele sind
• erstens die Entwicklung von Kriterien für transformative Vermittlungsstrategien in enger Zusammenarbeit mit AkteurInnen aus der Praxis. Durch die Verknüpfung von situierter, experimenteller Erprobung und präziser Dokumentation sowie die Evaluierung im teambasierten Reflexionsprozess und die systematische Begleitforschung wird eine nachhaltige Qualitätssteigerung der Praxis bewirkt.
• zweitens die Entwicklung von Dokumentations- und Analysetools speziell für die Forschung zu Kunstvermittlung. Dazu werden Ansätze aus der Kunst (künstlerische Forschung), den Gesellschaftswissenschaften (qualitative/performative Methoden), der Kunstgeschichte und der Pädagogik (konstruktivistische Lernmodelle und Critical Pedagogy) angewandt und kombiniert.
Anders als jene Ansätze, die etwa an kreativitäts- und entwicklungstheoretischen Grundlagen und damit am Individuum orientiert sind oder im Sinne des Marketings auf „Audience Development“ zielen, wird Kunstvermittlung im vorliegenden Projekt breiter und gleichzeitig präziser verortet. Vermittlungsprozesse sind aus dieser Perspektive zuallererst soziale und performative Praktiken (performativ u.a. im Sinne einer Beteiligung an der Herstellung eben dieser Institutionen).
Je nach Verfasstheit können sie die Institution – ebenso wie die künstlerische Arbeit – affirmieren, reproduzieren, dekonstruieren und gegebenenfalls auch transformieren. Unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Verantwortung von Museen und Ausstellungen kann Kunstvermittlung, als künstlerische Bildung und Bildung durch Kunst verstanden, deren Potentiale als Lern-, Erlebnis- und Erkenntnisräume schärfen und sie mit ihrem Umfeld in Kontakt bringen.
Kontakt: Christoph Lang
